Tarifvertrag chemie entgelttabelle 2020

Die acht Gehaltspläne für zwei Kategorien des OLD-Gehaltssystems wurden auf einen einheitlichen Gehaltsplan reduziert, der für alle Beschäftigten im Handelssektor in ganz Österreich gilt. Die sechs ehemaligen Beschäftigungsgruppen wurden auf acht (A bis H) aufgestockt, die allgemeiner und abstrakter formuliert sind. Das Anfangsgehalt wurde angehoben, und als Ausgleich wurde die Einkommenskurve abgeflacht. Heute gibt es nur noch fünf Gehaltsstufen (außer in den Beschäftigungsgruppen A und B), so daß innerhalb einer bestimmten Beschäftigungsgruppe nach drei, sechs, neun bzw. zwölf Jahren nicht mehr als vier schrittweise Schritte möglich sind. Zur besseren Orientierung wurde jeder Beschäftigungsgruppe beispielhafte Referenzfunktionen (typische Tätigkeiten) auf Basis von sieben Arbeitsbereichen (Beschaffung, Vertrieb & Vertrieb, Kauf- & Verwaltungsdienstleistungen, Marketing & Kommunikation, Logistik, technischer Service, IT) zugewiesen. Das letzte Kriterium für die Einstufung ist jedoch die Beschreibung der Beschäftigungsgruppe mit Abgrenzungen nach dem Vorbild autonomer Arbeit, Verantwortlichkeiten, Genehmigungen, sozialer Kompetenzen, technischem Know-how und Qualifikationsanforderungen. Die Umstellung auf das NEW-System unterliegt einer klaren Schlüsseldatumsregelung: Die Änderung muss gemeinsam für alle Mitarbeiter eines bestimmten Unternehmens am selben Tag gelten. So wird das Unternehmen nicht zwei Gehaltssysteme parallel abwickeln müssen, sondern das OLD-Gehaltssystem gilt bis zum Wechsel auch für neue Mitarbeiter. Neu gegründete Unternehmen oder Unternehmen, die den Tarifvertrag im Handelssektor zum ersten Mal anwenden (z.

B. weil sie zu diesem Tarifvertrag wechseln), müssen ihre Mitarbeiter nach dem NEW-Gehaltssystem klassifizieren. Andernfalls muss das Umstellungsdatum (der der erste Tag eines bestimmten Monats sein muss) durch eine Shopvereinbarung festgelegt werden. Ist kein Betriebsrat eingesetzt worden, so kann das Unternehmen den Termin festlegen, muss die Arbeitnehmer jedoch spätestens drei Monate vor der geplanten Umstellung schriftlich informieren. Als nächstes müssen die Arbeitnehmer (in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat, wenn einer gegründet wurde) in das NEUE Gehaltssystem versetzt und spätestens vier Wochen vor dem Umstellungstermin durch eine NEUE Arbeitsanzeige (“Dienstzettel”) darüber informiert werden. Die 2008 verabschiedeten neuen Rechtsvorschriften über Tarifverhandlungen ermöglichen es, dass Betriebsvereinbarungen vom Grundsatz der Begünstigung abweichen, schließt jedoch ausdrücklich die auf sektoralen Ebenen ausgehandelten Mindestlöhne aus. Jüngste Änderungen haben die Möglichkeit für Unternehmensvereinbarungen eingeführt, im Gegenzug für die Arbeitsplatzsicherheit ein weniger günstiges Lohnniveau zu schaffen, wenn das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist.